INTENDANT DR. HAGEN W. LIPPE-WEISSENFELD

INTENDANT

DR. HAGEN W. LIPPE-WEIßENFELD
Der Intendant des Kammermusikfest Oberlausitz, Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld (*21.03.1975), ist der Ur-Enkel des ehemaligen Landesältesten des Markgraftums Oberlausitz und Mitglied des sächsischen Landtags, Clemens Prinz zur Lippe-Weißenfeld (1860 – 1920) und der Enkel des letzten Baruther Schlossherrn, Ferdinand Prinz zur Lippe-Weißenfeld (1903-1939). Dem Vermächtnis seiner Mutter, Margarete Hamer-Prinzessin zur Lippe-Weißenfeld (1932-2010) folgend, ist es ihm ein Herzensanliegen, die enge Verbindung der Familie zur Lippe-Weißenfeld in die Oberlausitz aufrechtzuerhalten. Mit seiner Frau Dr. Charlotte geb. Freiin v. Wilmowsky und seinen vier Kindern Ferdinand, Clemens, Henriette und Amalie ist der Unternehmer, Kulturmanager und begeisterte Hobbymusiker Mitglied im Dorf- und Heimatverein Baruth e.V. und im Glockenförderverein Baruth e.V. Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld war Vorstandsassistent der C. Bechstein Pianofortefabrik AG, Vertriebs- und  Marketingleiter der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin, Kaufmännischer Direktor und Vorstand der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und ist heute Geschäftsführender Gesellschafter der Kultur-Beratungsgesellschaft ProjektSchmiede GmbH. Ehrenamtlich engagiert er sich u. a. als Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft und als Jury-Präsident des Europäischen Kulturmarken-Awards. Nach Ostern 2019 war er mit seiner Schwester Eva Freifrau v. Bechtolsheim beteiligt an einem Benefizkonzert zugunsten der Glocken, was der Kirchenchor, der Pausaunenchor, der Flötenkreis und Musiker der Evangelisch-lutherischen Kirche Baruth zusammen mit den Profimusikern Ramón und Serafina Jaffé veranstalteten. Aus diesem gemeinsamen Vorhaben erwuchs der Wunsch aller Beteiligter, die Musik als verbindendes Element weiter in den Mittelpunkt zu stellen und ein Festival zu organisieren. Das war die Geburtsstunde des Kammermusikfest Oberlausitz! Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld lebt mit seiner Familie in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.

FAMILIE

BARUTHER LINIE

Ferdinand

FERDINAND PRINZ ZUR LIPPE-WEISSENFELD (1903 – 1939)

Der Vater von Prinzessin Margarete, Ferdinand Prinz zur Lippe-Weißenfeld, war bis zu seinem Soldatentod 1939 letzter Herr auf Baruth. Hierzu gehörten die Rittergüter Baruth, Rackel und Buchwalde. Ferner der Baruther und Daubaner Forst, die Flockenfabrik und das Baruther Basaltwerk, was heute noch existiert. Das Haus Lippe war bis 1918 eines der regierenden Fürstenhäuser Deutschlands. Der Zweig, dem Prinzessin Margarete angehörte, hatte eine wechselvolle Geschichte im Lipper Land und seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts auch in Sachsen.

I.D. Margarete Prinzessin zur Lippe-Weißenfeld

MARGARETE HAMER-PRINZESSIN ZUR LIPPE-WEISSENFELD (1932 – 2010)

Margarete Hamer-Prinzessin zur Lippe-Weißenfeld verbrachte als Tochter des im Krieg gefallenen Prinzen Ferdinand zur Lippe-Weißenfeld und seiner Gemahlin Dorothea Prinzessin v. Schönburg-Waldenburg (1905-2000) ihre Kindheit auf dem Rittergut Baruth in Sachsen. Nach dem Soldatentod ihres Vaters und der kriegsbedingten Flucht mit ihrer Mutter Prinzessin Dorothea und ihrem Bruder Prinz Franz (1929-1995) kam die Familie 1945 einige Monate im Detmolder Schloss bei ihren Verwandten unter und verbrachte später viele Jahre im Lipper Land (NRW).
heyo

PROF. DR. DR. HEYO E. HAMER (1931 – 2019)

Eine Herzenssache war es für Margarete Hamer-Prinzessin zur Lippe-Weißenfeld und ihren Ehemann, Prof. Dr. Dr. Heyo E. Hamer, die Familiengeschichte der Baruther Linie zur Lippe-Weißenfeld gründlich zu erforschen. Die im Jahr 2010 mit 78 Jahren verstorbene Prinzessin Margarete, geboren in Dresden und aufgewachsen in Sachsen und Nordrhein-Westfalen, hat über ein Jahrzehnt gemeinsam mit ihrem Ehemann recherchiert und geforscht, um im 2009 erschienenen Band 1 und 2017 erschienenen Band 2 die Familiengeschichte eines der ältesten Adelshäuser in Deutschland anschaulich zu dokumentieren. Prinzessin Margarete war eine Tante des derzeitigen Oberhauptes des Hauses Lippe, S.D. Stephan Prinz zur Lippe.

LITERATUR

„BARUTH IN SACHSEN 1945 – 1950“

2004 gab Prinzessin Margarete das grün-weiße Buch „Baruth in Sachsen 1945 – 50“ heraus, das schon nach wenigen Wochen vergriffen war und nun in einer kleinen Auflage wieder erschienen ist. Das Rittergut Schloss Baruth in der sächsischen Oberlausitz war über viele Jahrhunderte wichtiger Dreh- und Angelpunkt gesellschaftlicher und politischer Ereignisse. Im Baruth-Buch wird auf 192 Seiten erstmals detailgenau von Zeitzeugen beschrieben, wie es in den Wirrungen nach dem 2. Weltkrieg zur Abbruchentscheidung des Jahrhunderte alten Schlosses kam, wer an der Entscheidung beteiligt war und wie genau die Sprengung vonstatten ging. Viele Bilder und Stammtafeln zeigen wichtige Persönlichkeiten des Dorfes und der Familie zur Lippe-Weißenfeld und führen den Leser in die Geschichte eines der ältesten deutschen Adelshäuser ein. Reprint „Baruth in Sachsen 1945 – 1950“, 19,80 EUR

275 JAHRE LIPPE-WEISSENFELD, BAND 1

„275 Jahre Lippe-Weißenfeld – Wanderung vom Land Lippe in die Lausitz“, 350 S., reich bebildert mit Übersichtstafeln und Stammbäumen zum Haus Lippe-Weißenfeld und einem Vorwort von I.D. Dr. Traute Prinzessin zur Lippe.

Preis: 29,80 Euro
ISBN 3-938897-30-9

275 JAHRE LIPPE-WEISSENFELD, BAND 2

„275 Jahre Lippe-Weißenfeld – Wanderung vom Lipper Land über die Niederlausitz in die Oberlausitz“, 430 S., reich bebildert mit Übersichtstafeln und Stammbäumen zum Haus Lippe-Weißenfeld und einem Geleitwort von S.D. Stephan Prinz zur Lippe.

Preis: 39,80 EUR
ISBN 978-3-936867-68-8

Alle Bücher können über den Online-Shop der Sächsischen Zeitung oder direkt bei Hans-Dieter Krenz, Hauptstraße 15, 02694 Malschwitz OT Baruth, Tel.: (035932) 30691 erworben werden.

SCHLOSS BARUTH

EV. – LUTH. KIRCHE BARUTH

ZUR HISTORIE

1180 wurde der Name Baruth erstmals durch Utha v. Baruth, die mit Konrad v. Kittlitz vermählt wurde, erwähnt. Der Bau der heutigen Kirche in Baruth erfolgte 1704/1705. Der Turm wurde 1768 errichtet. Während der Napoleonischen Kriege brannte das Dorf am 21. Mai 1813 fast vollständig nieder. Auch die Kirche wurde schwer beschädigt. Auf den Resten erbaute man das heutige Gotteshaus, wobei die äußere Gestalt des Vorgängerhauses erhalten blieb. Am 1. Advent des Jahres 1819 wurde die neue Kirche geweiht. Wer die Kirche durch den im Westen stehenden Turm betritt, kommt in einen saalartigen, hellen Raum mit jeweils zwei Emporen auf beiden Seiten. Sein Blick wird sogleich auf den Kanzelaltar geführt, der die Sinne des Besuchers auf das Zentrum unseres Glaubens lenkt, auf Wort und Sakrament. Die sehr schlichte, fast schmucklose und farblich zurückhaltende klassizistische Ausstattung soll vor jeglicher Ablenkung während des Gottesdienstes bewahren. Eine große Orgel der Firma Hermann Eule Bautzen mit klassizistischem Prospekt wurde 1875 erbaut und hat eine Kegellade mit mechanischer Traktur, 1.250 Pfeifen (Holzpfeifen, Metallpfeifen, Prospektpfeifen), 19 Register, 2 Manuale und 1 Pedal. 

Zu Baruth gehörte ursprünglich ein bedeutendes Schloss, das 1949/50 abgerissen wurde. Bis zu ihrer kriegsbedingten Flucht war die Witwe des Schlossherrn, Dorothea Prinzessin zur Lippe-Weißenfeld (1905-2000) Patronin der Kirche. Dem damaligen Pfarrer Rentsch gelang es, einiges Inventar der Schlosskapelle zu retten, so Teile der kleinen Orgel und den prächtigen Kanzelaltar, der um 1700 möglicherweise von dem berühmten Bildhauer Theodor Pausewein geschaffen worden war. Mit der Darstellung Gottvaters
mit dem Reichsapfel und segnender Gebärde, dem gekreuzigten Christus zu dessen Rechten und der Taube thematisiert dieser Altar die Trinität Gottes. Dieser bedeutende Altar fand Platz in der Friedhofskapelle. Die kleine Orgel aus der Schlosskapelle wurde im Jahr 2019 von der Firma Hermann Eule grundlegend überarbeitet und aus der Winterkirche in den Altarraum versetzt. Sie wurde um 1863 von Leopold Kohl (1840-1896) aus Bautzen gebaut. Sie hat 1 Manual, 204 Pfeifen und ein elektrisches Gebläse. Im Rahmen eines Benefizkonzertes zugunsten der neuen Glocken am 25.04.2019 erklang sie erstmals wieder. Am 03.11.2019 fand das 200-jährige Kirchweihfest statt. Vorher konnte am 13.10.2019 die Glockenweihe der neuen Glocken stattfinden und das Geläut wieder in den Kirchturm eingehoben werden. Zur grundlegenden Sanierung der Glocken und des Glockenturms hatte sich im Jahr 2016 der Glockenförderverein Baruth e.V. gegründet. Im Frühjahr 2020 werden die Arbeiten vollendet sein.

ZU DEN GLOCKEN

Im Jahr 1920 wurden drei neue Bronzeglocken mit einem Gewicht von 1.200kg, 610kg und 260kg und einem Durchmesser von 128cm, 103cm und 86cm gegossen.

Die Glockenweihe fand wahrscheinlich am 17.03.1921 statt. Am 31.01.2013 beschloss der Kirchenvorstand der Ev.-luth. Kirche Baruth, das bisherige Geläut zu ersetzen.

Zwei alte Glocken konnten erhalten werden, darunter die kleine Bronzeglocke der Firma Gruhl aus Kleinwelka aus dem Jahr 1815 und die sogenannte Prinzenglocke der Firma Geittner aus dem Jahr 1920. 

Zwei Eisenhartgussglocken aus dem Jahr 1950 waren stark korrodiert und mußten durch zwei neue Bronzeglocken von der Firma Bachert aus Neunkirchen ersetzt werden.

Am 13.01.2016 gründete sich für dieses Vorhaben der Glockenförderverein Baruth e.V. Zum Vorsitzenden wurde Bernd Lorenz aus Rackel gewählt. Der Förderverein setzte sich zum Ziel, neben den beiden Bronzeglocken auch den Glockenstuhl, den Glockenboden, die Decke über der Glockenstube, die Läutetechnik, die Eneuerung der Schalltore und der Turmuhrmechanik sowie einen neuen Außenanstrich des Turms in Angriff zu nehmen.

Am 13.10.2019 konnte die Glockenweihe stattfinden und das Geläut wieder in den Kirchturm eingehoben werden. Am 3.11.2019 fand das 200jährige Kirchweihfest statt.

Die „Prinzenglocke“ (Schlesische Glockengießerei A. Geittner & Söhne Breslau, Gewicht 610kg, Durchmesser 103cm) wurde im Jahr 1920 von Friederike Prinzessin zur Lippe-Weißenfeld (1878-1942) und ihrem Sohn Ferdinand Prinz zur Lippe- Weißenfeld (1903-1939) nach Übernahme des Patronats der Baruther Kirchengemeinde gestiftet.

Sie trägt die zweisprachige Aufschrift: “Jesus Khrystus wcera s dsensa s tón samy do we enosce“ [Jesus Christus, derselbe gestern, heute und in Ewigkeit]. „Friede auf Erden! Gestiftet von Friederike Prinzessin zur LIPPE und ihrem Sohne Ferdinand. Gegossen 1921 in Breslau“.

Fotos: Sylvia-Verena Michel, Kerstin Mickan, Andreas Lehmann, Bernd Lorenz

ZUR KLEINEN ORGEL

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